Cadillac Lyriq V mit 615 PS: Was taugt der E-SUV wirklich? (Test überrascht)

Ein Cadillac mit Sportabzeichen und Elektroantrieb? Das klingt wie ein Widerspruch. Doch genau das liefert Cadillac nun mit dem neuen Lyriq V. Satte 615 PS, ein innovatives Design und typisch amerikanischer Komfort sollen den Elektro-SUV zur Speerspitze machen. Aber wie viel Sport steckt wirklich drin? Wir haben genau hingeschaut – und wurden überrascht.

Cadillac bringt seine V-Serie ins Elektrozeitalter

Was in Deutschland das M oder AMG ist, heißt in den USA schlicht „V“. Damit kennzeichnet Cadillac seine sportlich getunten Modelle – bisher meist Limousinen mit dicken Benzinmotoren. Doch nun wagt sich die Marke auch an den E-Antrieb. Ergebnis: der neue Cadillac Lyriq V.

Im Vergleich zum Standardmodell mit 528 PS bietet der V ganze 615 PS. Noch beeindruckender ist das Drehmoment von 880 Nm. Damit schafft der Elektro-SUV den Sprint von 0 auf 100 km/h in nur 3,3 Sekunden – so schnell war noch kein Cadillac zuvor.

Auf dem Papier ein Kraftpaket – auf der Straße eher gelassen

Klingt nach einem wilden Biest, oder? Die Realität sieht etwas anders aus. Denn obwohl der Lyriq V deutlich schneller antritt, bleibt er im Alltag eher ein sanfter Gleiter. Das liegt nicht nur am hohen Gewicht von fast drei Tonnen, sondern auch an der Grund-Charakteristik des Fahrzeugs.

Zwar hat Cadillac das Fahrwerk angepasst: straffere Dämpfer, verbesserte Stabilität, und kräftigere Brembos. Auch die Lenkung wirkt präziser. Aber wirklich sportlich – im Sinne von Kurvenräuber – fühlt sich der Lyriq V nicht an.

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Komfort auf Premium-Niveau

Dafür punktet der Lyriq V an anderer Stelle. Im Innenraum trifft moderne Luxusausstattung auf technische Highlights. Besonders auffällig:

  • Ein riesiges 33-Zoll-Display, das fast den gesamten Armaturenträger einnimmt
  • Individuell einstellbare Sportsitze mit üppigen Seitenpolstern
  • Innenraum mit hochwertigen Materialien und feiner Verarbeitung

Auch beim Fahrkomfort bleibt Cadillac seiner Linie treu. Selbst im „Competitive Modus“ bleibt eine gewisse Sanftheit erhalten. Kuschelfaktor inklusive.

Design: Understatement mit feinen Details

Wem das alles zu brav klingt, der schaut vielleicht auf das Äußere. Der Lyriq V setzt auch optisch Akzente, ohne laut zu schreien. Er bietet unter anderem:

  • 22-Zoll-Räder im Serienumfang
  • Schwarzes Dach und dunkle Anbauteile für sportlichen Look
  • Einen optionalen Synthie-Sound, der individuell abgestimmt ist

Das alles wirkt edel, aber nicht aufdringlich. Wer auffallen will, schafft das mit dem Lyriq V eher durch Seltenheit statt durch Lautstärke – denn der SUV bleibt ein Exot auf europäischen Straßen.

Reichweite vs. Leistung: Der Kompromiss

Mit mehr Leistung steigt natürlich auch der Energiebedarf. Doch Cadillac verspricht, dass der Lyriq V im richtigen Setup bis zu 25 % mehr Energieeffizienz aus dem Akku holt. Dennoch gilt:

  • Normreichweite: 460 Kilometer
  • Ladeleistung: bis zu 190 kW – kein Schnelllade-Weltrekord, aber solide

Damit lässt sich im Alltag gut leben, auch wenn man etwas öfter zur Ladesäule muss.

Preis und Fazit: Lohnt sich das Upgrade?

Der Cadillac Lyriq V ist kein Schnäppchen. Der Einstiegspreis liegt bei 108.809 Euro – rund 25.000 Euro mehr als die Basisversion.

Was bekommt man dafür? Mehr Power, leicht bessere Fahrdynamik, dezent sportlichere Optik – und vor allem ein Gefühl von Exklusivität.

Wer eine elektrische Fahrmaschine im Stil von M oder AMG sucht, wird beim Lyriq V nicht ganz fündig. Zu weich, zu schwer, zu komfortorientiert. Doch genau das macht ihn interessant – als Luxusgleiter mit Sprintqualitäten und seltenem Markencharme.

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Fazit: Wer sich vom Mainstream abheben will und Wert auf Komfort legt, darf ihn ruhig mal fahren. Aber erwarte keine Rennmaschine – der Lyriq V bleibt ein Gentleman unter den E-SUVs.

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Felix K.
Felix K.

Felix K. ist ein leidenschaftlicher Schriftsteller und Kulturjournalist. Mit umfangreicher Erfahrung in der Recherche und dem Verfassen von Artikeln über verschiedene Themen bringt er neue Perspektiven in den Blog Licharz Siegburg ein.